National Gallery

Kunstkenner sind in London bestens aufgehoben. Das ergibt sich nicht nur aus dem breiten Theater- und Musikangebot, sondern auch aus den vielen Ausstellungen. Allen voran die National Gallery ist ein echtes Highlight.
National Gallery
© Photographer: Elena Elisseeva | Agency: Dreamstime.com
Hier befindet sich eine der umfassendsten und bedeutsamsten Gemäldeausstellungen weltweit. Sage und schreibe 2'300 Gemälde sind zu besichtigen. Die zeitliche Palette reicht von dem 13. bis in das 19. Jahrhundert, sodass der Besuch in dem Museum gleichbedeutend mit einer kleinen Zeitreise
durch die Kunstgeschichte ist. Die Originalwerke der berühmtesten Maler, wie zum Beispiel Vincent van Gogh und Leonardo Da Vinci, sind hier ausgestellt. Für jeden Kunstliebhaber ist die Besichtigung dieser Gemälde somit ein unvergessliches Erlebnis.
Schon vor mehr als zwei Jahrhunderten erfreuten sich die Menschen an dieser Ausstellung. Die Gründung der National Gallery ist der britischen Regierung zu verdanken. Im Jahre 1824 kaufte die Regierung die Sammlung eines reichen Bankiers auf. In den folgenden Jahren kamen Schenkungen von weiteren Gemälden hinzu, wodurch die Dringlichkeit aufkam, für all die wertvollen Gemälde einen Ausstellungsraum zu errichten. Im Jahre 1837 war es dann soweit: Am Trafalgar Square wurde ein passendes Gebäude errichtet, in dem die Kunstwerke untergebracht werden konnten. Die italienische Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts stand damals im Mittelpunkt. Doch die Sammlung stieg unaufhörlich an. 31 Jahre nach dem Bau war bereits ein grösseres Gebäude erforderlich, sodass der Umzug in das Burlington House, wo die National Gallery sich bis heute befindet, anstand.
Dass die Sammlung der National Gallery thematisch in die Breite ging, ist unter anderem damit zu begründen, dass die Direktoren der Anfangsjahre unterschiedliche Prioritäten setzten. Der erste offizielle Direktor, Charles Eastlake, war zum Beispiel ein Anhänger der Kunstwerke aus den nördlichen Ländern. Frederic Burton, der dritte Direktor in der Geschichte der National Gallery, suchte hingegen in englischen Privatbesitzen nach interessanten Kunstwerken. So wuchs die Sammlung stetig an, was sehr zur Freude des Kunstkenner ausfällt. Lange gab es allerdings das Defizit, dass die Maler der Gegenwart nicht vertreten waren. Aber auch dies änderte sich Anfang des 20. Jahrhunderts, als der Kunsthändler Hugh Lane seine modernen Bilder an die Kunstgalerie vererbte.
Während die Sammlung mit der Zeit immer grösser wurde, fanden auch Umbauten am dem Gebäude statt. Zuletzt im Jahre 1991, als der Sainsbury Flügel errichtet wurde, worin die Gemälde der Renaissance ausgestellt werden.
Wegen der Geschichtsträchtigkeit dieses Gebäudes sollte der Besucher unbedingt eine Führung in Anspruch nehmen. Englischkenntnisse vorausgesetzt, wird man von einem kompetenten Führer mit der Historie des Gebäudes und der Gemälde vertraut gemacht. Täglich um 11.30 Uhr und 14.30 beginnt eine solche Führung im Sainsbury Flügel und dauert rund eine Stunde. Sollte es aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse zu Verständigungsschwierigkeiten kommen, stellt eine Audioführung in deutscher Sprache eine gute Alternative dar.
Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 17 Uhr, freitags sogar bis 20:30 Uhr. Neben der eigentlichen Ausstellung steht ein Shop mit verschiedenen Souvenirs, ein Café und eine Bar zur Verfügung.
Weitere Informationen zur National Gallery in London findest du bei Wikipedia.