Kathedrale La Seu von Palma (Catedral de Mallorca)

Kathedrale La Seu von Palma auf Mallorca
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Frontansicht Kathedrale La Seu Seit vielen Jahrhunderten ist die „Kathedrale der Heiligen Maria“ - im Volksmund einfach La Seu genannt - das bekannteste Gebäude Mallorcas. Sie befindet sich in der Inselhauptstadt Palma und beeindruckt schon aus der Ferne durch ihre schiere Grösse. Insgesamt ist das Gebäude fast 110 Meter lang und rund 33 Meter breit. Es besteht aus einem circa 75 Meter langen Hauptschiff, an das sich zwei Seitenschiffe anschliessen. Das Gebäude ist im Stil der Gotik gebaut, allerdings hielten mit den Jahren zahlreiche Einflüsse aus anderen Epochen Einzug in die Architektur.
Obwohl die Grundsteinlegung die Kathedrale bereits im Jahr 1230 stattfand, begann man mit dem Bau erst 1306. Zunächst sollte La Seu als islamische Moschee errichtet werden, der Baustil jedoch ist dafür recht ungewöhnlich. Zusätzlich zu ihrer Funktion als Gotteshaus stellte die Kathedrale auch das Mausoleum für die Königsfamilie dar. Insgesamt dauerten die Bauarbeiten fast 300 Jahre, eine heute unvorstellbare Zahl.
Eine besondere Attraktion der Kathedrale stellen auch die Glasfenster dar. Das Gebäude enthält etwa 60 dieser Fenster, die allesamt künstlerisch in besonderer Weise gestaltet sind. Hier findet sich auch das Ende des 16. Jahrhunderts hergestellte Rundfenster, welches als grösste gotische Rosette der Welt bezeichnet wird. Das Fenster hat einen Durchmesser von rund 12,5 Meter, woraus sich eine Glasfläche von fast 100 m² ergibt.
Karte Kathedrale La Seu Mallorca:
Interessant ist auch, welche verschiedenen Baustile und Epochen ihre Spuren an der Kathedrale hinterlassen haben. Begann man zunächst im rein gotischen Baustil, findet man in den zwei Flügeln durchaus andere Einflüsse. So wurde z. B. das Almosen-Portal im Baustil der Spätgotik errichtet, während im Inneren des Gebäudes auch Elemente aus Barock, Klassizismus und anderen Epochen Einzug hielten.
Eine weitere Veränderung erfuhr die Kathedrale, als sie Anfang des 20. Jahrhunderts durch den bekannten Architekten Antoni Gaudi restauriert wurde. Er stellte nicht nur die Urform vieler Elemente am Gebäude wieder her, sondern brachte seine eigene Vorstellung von sakraler Kunst in das Gebäude mit ein. So fanden viele Elemente des Jugendstils Einzug, ausserdem wurde die Aufteilung des Innenraum in vielen Elementen deutlich verändert. So wurde beispielsweise der Chorraum in die königliche Kathedrale La Seu heilige Maria Kapelle verlegt, um für die Kirchenbesucher die Möglichkeit zu schaffen, stets einen freien Blick auf den Hochaltar zu geniessen. Doch damit sind die Einflüsse anderer Epochen und Baumeister noch lange nicht erschöpft. Immer wieder gestattet die mallorquinische Regierung verdienten Künstlern, ihre Einflüsse in der Kathedrale zu verewigen. So durfte erst vor wenigen Jahren der Künstler Miquel Barceló die Kapelle des Allerheiligsten, welche im rechten Seitenschiff der Kathedrale untergebracht ist, unter Verwendung seiner Werke neu gestalten. Auch für die Zukunft ist zu erwarten, dass immer wieder neue Künstler Einflüsse auf die Gestaltung der Kathedrale nehmen. So ergibt sich eine bunte Mixtur vieler verschiedener Epochen und Stilrichtungen, die die Kathedrale zu einem einmaligen historischen Relikt machen.
Ein Besuch der Kathedrale La Seu sollte für jeden Mallorca-Urlauber obligatorisch sein. Schliesslich handelt es sich hier um eines der bekanntesten Bauwerke der Welt, zumindest unter denen des gotischen Baustils. Zudem beherbergt die Kathedrale seit 1932 ein Museum, das im Erdgeschoss des Glockenturms sowie in zwei weiteren Sälen untergebracht ist. Hier lässt sich die gesamte Geschichte der Kathedrale anhand vieler Ausstellungsstücke hautnah verfolgen.
Weitere Informationen zur Kathedrale La Seu findest du bei Wikipedia.