Süden von Mallorca

Bucht bei Colonia de Sant Jordi im Süden von Mallorca
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Wem der Sinn nach „Kultur pur“ steht, für den ist der Süden Mallorcas höchstwahrscheinlich nicht der richtige Ort. Die Sehenswürdigkeiten sind hier eher spärlich gesät, und auch die Vegetation lässt sich eher mit der einer Wüste vergleichen, als mit einer blühenden Urlaubsinsel. Nichtsdestotrotz hat auch der Süden Mallorcas eine grosse Anzahl von Fans, welche die Insel ausschliesslich wegen dieser Region Jahr für Jahr besuchen. Hafen Colonia de Sant Jordi
Beginnen wir doch einmal am südlichsten Punkt Mallorcas, dem Cap de Salines. Die Landfläche der Insel fällt hier über grosse, zerklüftete Felsformationen in das raue Mittelmeer ab. Für viele Besucher bietet die Landschaft an dieser Stelle nur wenig Reize, andere lieben das ursprüngliche, wilde Flair. Einzige Sehenswürdigkeit am Südzipfel Mallorcas ist der Leuchtturm, welcher allerdings nur aus einiger Entfernung besichtigt werden kann, da das Gelände um ihn eingezäunt ist. Der Küstenabschnitt rund um den Leuchtturm ist relativ wenig frequentiert, hier kommen alle Menschen auf ihre Kosten, die gerne über etliche Kilometer am Strand entlanglaufen möchten, ohne dabei vielen Menschen zu begegnen.
Ein ganz besonderer Tipp im Süden Mallorcas ist der kleine Hafenort Colonia de Sant Jordi. Der Ort selbst bietet eher wenig touristisches Flair, auch die Einkaufsmöglichkeiten sind hier beschränkt. Dafür entschädigt der etwas ausserhalb des Ortes gelegene Hafen auch für die weiteste Anreise. Insbesondere die Hafenpromenade ist eine wahre Augenfreude, stets mit einer grossen Anzahl von Blumen geschmückt und von reizvollen, romantischen kleinen Häusern umgeben. Hier findet sich auch eine grosse Anzahl verschiedener Restaurants, Cafes und Geschäfte.
Karte Süden Mallorca:
Der bekannteste Ausflugsort im Süden der Insel Mallorca ist sicherlich der Botanicactus, einer der grössten botanischen Gärten in ganz Europa. Hier kommen die Touristen aus allen Teilen der Insel hin, um sich die riesige Auswahl verschiedenster Pflanzen anzusehen. Insgesamt umfasst der botanische Garten circa 50'000 m² Fläche. Als Besucher sollten Sie mindestens einen halben Tag einplanen, um die wichtigsten Attraktionen zu sehen. Alleine rund 12'000 Kakteenarten gibt es hier, ausserdem Palmen, verschiedene Bambusarten und etliche exotische Pflanzen mehr. Aber auch die einheimische Vegetation vom Mallorca präsentiert sich hier in ihrer ganzen Pracht, zu sehen sind beispielsweise Orangenbäume, Eukalyptus-, Oliven-, Mandel- und Granatenapfelbäume, Zypressen, Pinien und vieles mehr.
Strand Es Trenc Ganz im Süden der Insel befindet sich auch der bekannteste Naturstrand Mallorcas mit dem Namen Es Trenc. Sie sollten sich allerdings darauf einstellen, besonders in der Hauptsaison an diesem Ort auf tausende andere Touristen zu treffen. Zudem ist der Strand mittlerweile deutlich kommerzialisiert worden, alleine die Parkgebühren kosten beispielsweise zwischen fünf und zehn Euro. Noch vor wenigen Jahren beschwerten sich Touristen reihenweise über die zunehmende Verwahrlosung beziehungsweise Vermüllung des Strandes, inzwischen kümmert sich die Inselverwaltung jedoch verstärkt um dieses Problem, so dass es hier Entwarnung geben kann. Man muss sich jedoch darüber bewusst sein, dass es sich bei Es Trenc um einen Naturstrand handelt, das Baden ist also nicht an jeder beliebigen Stelle möglich, die Landschaft ist ursprünglich und naturbelassen.
Wer mit dem Auto auf der Rückreise aus dem Süden von Mallorca ist, dem kann ein kleiner Abstecher zu den Salines de Llevant nur empfohlen werden. Es handelt sich hierbei um ein Gebiet, in dem die Salzgewinnung für ganz Mallorca stattfindet. Der Besucher findet riesige, weisse Hügel aus Salz vor, auch einige seltene Vogelarten sind hier zu finden.