Chinatown

Chinatown
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Chinatown Das „Chinatown“ genannte Stadtviertel New Yorks ist nicht das einzige chinesische Stadtviertel weltweit. Im Gegenteil: Es gibt in mehreren amerikanischen und zahlreichen anderen Städten der Welt eigene chinesische Stadtviertel, die ebenfalls den Namen Chinatown tragen.
Wie kam es zu dieser Entwicklung?
Die chinesischen Einwanderer stellten in vielen Städten in den vergangenen Jahrhunderten die Unterschicht dar, für die eigene Stadtviertel geschaffen wurden, da die Mittel- und Oberschicht mit diesen Menschen so wenig wie möglich zu tun haben wollte. So sind die chinesischen Stadtviertel quasi aus einer Not heraus entstanden und siedelten sich meist am Rande der damaligen Städte an. Da die Städte jedoch mit den Jahrhunderten immer weiter gewachsen sind, befinden sich die „Chinatowns“ heute in der Regel mitten in der jeweiligen Stadt.
Ganz ähnlich ist auch Chinatown im New York Stadtbezirk Manhattan entstanden. Mit fast 100'000 Einwohnern bildet dieses Stadtviertel eine der grössten chinesischen Gemeinden ausserhalb Chinas. Gebaut wurde das Chinatown in New York Ende des 19. Jahrhunderts, als die Einwanderung von Chinesen sehr stark zugenommen hatte. Da die Männer damals als Gastarbeiter in die USA kamen und ihre Frauen noch nicht mitnehmen durften, war Chinatown in New York zunächst ein Stadtteil, der ausschliesslich von Männern bevölkert wurde. Um ihre Kultur zu erhalten (und auch, weil sie zunächst wenig willkommen waren), sonderten sich die chinesischen Einwanderer weitgehend ab, eröffneten eigene Läden, Restaurants und vieles mehr. Nach und nach dehnte sich Chinatown in New York aus und übernahm auch Teile der ehemaligen jüdischen und italienischen Stadtviertel. Später einigte man sich dann mit den Bewohnern dieser Stadtviertel und zog feste Markt in Chinatown Grenzen, ab denen beispielsweise keine chinesischen Läden mehr betrieben werden dürfen. Trotzdem wuchs Chinatown zu einem der grössten Stadtviertel - so findet man heute das italienische Stadtviertel mit dem Namen „Little Italy“ beispielsweise nur noch im Bereich von zwei Strassen in New York.
Das heutige Zentrum von Chinatown in New York bilden die Canal Street und die Mott Street. Rund um diese Strassen siedelten sich unzählige Souvenirläden, Garküchen, Handwerker, Restaurants und vieles mehr an. Nach und nach lernte auch die New Yorker Bevölkerungen das neue Stadtviertel zu akzeptieren, jedoch blieb Chinatown über die Jahrhunderte insbesondere eine touristische Attraktion. Dabei werden heute viele der in den Läden vertriebenen Artikel sogar direkt in Chinatown hergestellt und tragen daher die Bezeichnung "Made in Chinatown".
Für die New Yorker dient Chinatown heute hauptsächlich als Einkaufsviertel, ausserdem begeben sich viele dorthin, um einmal ausgiebig und trotzdem sehr günstig zu speisen. Der Hautanteil der Besucher besteht aber immer noch aus Touristen. Interessant sind insbesondere die Läden, welche nicht vordergründig auf den Tourismus ausgerichtet sind, sondern auf die in Chinatown lebende Bevölkerung. Dort gibt es noch die echten Relikte chinesischer Kultur, anders als in den unzähligen Souvenirläden, in denen man nachgemachte Rolex-Uhren, ebensolche Markenkleidung und vielen anderen Tinnef kaufen kann. Wenn Sie also einmal etwas echte chinesische Kultur schnuppern wollen, halten Sie nach solchen Läden Ausschau.
Als Tourist sollten Sie keinesfalls einen Besuch in Chinatown verpassen, wenn Sie einmal in New York sind. Der berühmte Stadtteil bietet ein ganz eigenes Flair, das auch Sie in seinen Bann ziehen wird.
Weitere Informationen zu Chinatown in New York findest du bei Wikipedia.